In einer Zeit, in der digitale Medien die Kommunikation bestimmen, ist der Gruß via Postkarte beinahe in Vergessenheit geraten. In Süchteln und Dülken erlebte die Postkarte nun während der Corona-Schließungen eine Renaissance und wurde durch eine gemeinsame Aktion der Lebenshilfe mit den Stadtteilbüros Dülken und Süchteln in zahlreiche Briefkästen befördert.

In Zeiten von Ausgangssperren und massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens kam auch der persönliche Austausch untereinander schmerzlich zum Erliegen. Um die Betroffenen ein wenig aus der erzwungenen Isolation zu holen, hatte sich die Lebenshilfe Kreis Viersen e.V. in Kooperation mit dem DülkenBüro und dem SüchtelnBüro eine Postkartenaktion ausgedacht:

Statt schönen Urlaubsgrüßen von sonnigen Stränden haben Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Postkarten von zu Hause aus liebevoll gestaltet und verschickt. „Die Menschen mit Behinderung wollten einsamen Menschen oder der Familie Mut zusprechen und zum Durchhalten aufrufen“, berichtet André Sole-Bergers, Inklusionsmanager bei der Lebenshilfe.

Geschrieben wurden die Karten von Wohngemeinschaften der Lebenshilfe in Süchteln und Dülken, die die Aktion als gelungene Abwechslung in dieser schwierigen Zeit empfanden. Als Adressaten wurden Familienangehörige und Freunde eingesetzt, aber auch ortsansässige Einzelhändler, Bäcker oder Cafébetreiber, die von den Menschen mit Behinderung derzeit nicht besucht werden konnten, erhielten eine Karte. Gesponsert wurden die Postkarten über die Stadtteilbüros.

„Das Schreiben hat Spaß gemacht und in den kommenden Tagen haben wir jede Menge Antworten bekommen. Es war spannend auf neue Briefe und Pakete zu warten. Das Schreiben hat ein bisschen geholfen sich anderen wieder näher zu fühlen“, sagt Friederike Lehmann, Bewohnerin der Lebenshilfe. Denn: zahlreiche Personen, die eine Karte erhielten, haben sich mit einer Rückantwort oder einem kleinen Geschenk bei den Schreibern bedankt, was für große Freude sorgte.

 Die Initiatoren André Sole-Bergers (Lebenshilfe), Andreas Goßen (DülkenBüro) und Nils Kleemann (SüchtelnBüro) ziehen eine positive Bilanz zur Aktion: „Die Postkartenaktion hat gezeigt, dass auch Menschen mit Behinderung Ideen dazu haben, wie man trotz erschwerter Bedingungen mit Familienmitgliedern und Menschen aus dem Stadtteil in Kontakt bleiben kann. Beim Kartenschreiben konnten Sie kreativ werden und haben sich aktiv daran beteiligt.  Ein Stück Heimat wurde verbunden – egal ob mit oder ohne Behinderung“, so das gemeinsame Fazit der Initiatoren.

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