Auf der Markstraße in Dülken erwarben Nicole Hochkeppel und Daniel Grohs im Jahr 2014 die ehemalige Metzgerei Königs, ein großzügiges aber in die Jahre gekommenes Gebäude-Ensemble mit Haupthaus, Anbauten und Nebengebäuden sowie einem weitläufigen Innenhof-Areal. Der teils marode Zustand insbesondere der Nebengebäude schreckte die neuen Hausbesitzer nicht ab, im Gegenteil: Die beiden Film- und Antiquitäten-Fans fühlen sich inspiriert vom historischen Charme der Günderzeit-Immobilie und stellen Schritt für Schritt dessen ursprünglichen Zustand wieder her.

Nicole Hochkeppel und Daniel Grohs hatten von Anfang an ziemlich klare Vorstellungen, was für eine Art Haus sie suchten. Es sollte auf jeden Fall ein altes Haus sein, große Räume haben und über mindestens 150 qm Wohnfläche verfügen. Dazu sollte das künftige Heim innerhalb der etatmäßigen Möglichkeiten des Paares bleiben, also eher preiswert sein. Wichtig war beiden außerdem eine gute Anbindung an ÖPNV und Autobahn – beide arbeiten in Düsseldorf – sowie eine gute Infrastruktur, welche die Bedürfnisse des täglichen Lebens in unmittelbarer Umgebung bereitstellt: zum Einkaufen und für den Gang zum Arzt sollten möglichst keine größeren Entfernungen zu überwinden sein. Das alles möglichst in einer schönen, gewachsenen Wohngegend.

 

In Dülken stimmte auch der Preis

In Wuppertal waren Hochkeppel und Grohs bereits einmal beinahe fündig geworden, allerdings stimmte dort der Preis nicht. Mit der ehemaligen Metzgerei Königs auf der Markstraße in Dülken fanden sie Ende 2013 schließlich „ihr“ Haus. „Die Substanz war in Ordnung“, erinnert sich Nicole Hochkeppel. Im Prinzip, so die angestellte Eventmanagerin hätte man „auf die Schnelle das nötigste“ instandsetzen und dann sofort einziehen können. Da sie aber ein sehr ausgeprägtes Faible für altes Design hat, Antiquitäten und authentisch historisches liebt, war das für sie und ihren Lebensgefährten keine Option. Für beide war klar: „Wir werden Schritt für Schritt alles rückbauen und wieder in den Originalzustand versetzen“. Daniel Grohs, IT-Spezialist bei einem großen Kommunikationsdienstleister, sieht das auch heute, bald drei Jahre nach dem Einzug, noch genauso, auch wenn er eingestehen muss: „Natürlich ist das eine große Aufgabe, die wir uns da gestellt haben.“

Das Paar ist realistisch genug, zu wissen, dass eine Immobilie wie die ehemalige Metzgerei mit ihrer immensen Grundfläche, dem weitläufigem Innenhof, mit Anbauten und Nebengebäuden, nicht von heute auf morgen auf Vordermann zu bringen ist. Mit viel Geduld und Eigenleistung nehmen sie sich seitdem der Aufgaben an, die das historische Ensemble vorgibt. So nähern sich größere Bereiche von Treppenhaus und erster Etage des Haupthauses heute langsam dem angestrebten authentischen Charakter von einst. Zwischen historischen Accessoires und alten Möbelstücken finden sich dabei immer wieder farbenfrohe Akzente, denn, so Antiquitäten-Fan Nicole Hochkeppel: „Mit Gründerzeit-Möblierung alleine würde es schnell erdrückend wirken, da braucht es zwischendrin den ein oder anderen Kontrast, gerne auch mal ein knalliges Pink oder anderweitig Buntes. Bei der Renovierung erlebte das Paar auch positive Überraschungen: So kam unter dem flächendeckend verklebten Kunststoff-Bodenbelag im ersten Stock ein gewissermaßen „konservierter“ Eichendielenboden, mutmaßlich aus dem Baujahr, zum Vorschein.

Entspannte Nachbarn, gute Freizeitmöglichkeiten

Und noch in ganz anderer Hinsicht machen Hochkeppel und Grohs aus der Not des „Lebens auf der Baustelle“ eine Tugend: begünstigt durch Nicole Hochkeppels berufliche Kontakte konnten die beiden ihr originelles innerstädtisches Anwesen bereits für zwei Filmproduktionen als authentisch historischen Drehort vermieten. So kam es, dass es heute ein für das ARD-Fernsehen produziertes Doku-Drama über die Jugend des Ur-Bayern Franz-Josef Strauß gibt, das – zumindest teilweise – am Niederrhein gedreht wurde. Bei den Filmarbeiten machten Nicole Hochkeppel und David Grohs erstmals Bekanntschaft mit einem spezifisch Dülkener Charakterzug, von der beide bis heute schwärmen. „Die Menschen in Dülken sind offen, gelassen und tolerant“, beschreibt Nicole Hochkeppel das von ihr so geschätzte Dülkener Savoir Vivre, jene spezifisch niederrheinische Entspanntheit, die sie und ihr Partner hier kennengelernt haben. „Als das Filmteam zu den Dreharbeiten zeitweise die komplette Marktstraße sperren ließ, Fassaden tapezierte und den Alltag hier in der Straße damit ganz schön durcheinander brachte, hat das niemandem etwas ausgemacht, im Gegenteil: alle waren freundlich und kooperativ. Versuchen Sie das mal in Düsseldorf.“

Neben dem Charakter seiner Bewohner schätzt das Paar an Dülken auch die umfangreichen Freizeitmöglichkeiten wie Kletterpark, Schwimmbad oder die Seen in der Umgebung. Ein weiterer Vorteil für die einstigen „Städter“: Das Preisniveau in Einzelhandel und Gastronomie ist hier deutlich günstiger. Als kommunikative Menschen erfreuen sich die beiden Neu-Dülkener auch an den gastronomischen Möglichkeiten in Dülken, wie Nicole Hochkeppel beschreibt: „Wenn uns nach Gesellschaft ist, gehen wir raus. Hier hat man schnell Kontakt zu den Leuten. In der Stadt trifft man immer jemanden. Und wenn ich mal meine Ruhe haben will, mache ich meine Tür hinter mir zu.“

Ihr Faible für Gründerzeit- und Jugendstil -Ästhetik leben die Film- und Antiqitäten-Fans Nicole Hochkeppel und Daniel Grohs auch beim Fototermin auf ihrem Grundstück aus: Er als Mischung aus Westernheld und 20er-Jahre Dandy-Look, sie als eine Art Alice im Wunderland gestylt, setzen sich beide mit viel Spaß in der aktuell noch von pittoresk-morbidem Baustellen-Charme geprägten weiträumigen Innenhof-Landschaft in Szene. So viel Kreativität wirkt ansteckend, und man ist geneigt, der Fantasie der Hausbesitzer weiter zu folgen: Was spricht eigentlich dagegen, dass das heute noch äußerlich marode wirkende Nebengebäude eines Tages eine Kleinkunstbühne oder einen literarischen Salon beherbergt? Natürlich erst, nachdem der nächste Film abgedreht ist…

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